Das Aussehen der Aloe vera erinnert ein wenig an einen Kaktus, hat mit diesen Pflanzen aber nichts zu tun. Aus der Alternativmedizin lässt sich die Aloe vera mittlerweile nicht mehr wegdenken und findet sich deshalb auch in vielen Hausapotheken wieder. Doch wie sieht es mit der Anwendung von Aloe vera in der Schwangerschaft aus? Ist die Pflanze für werdende Mutter und ungeborenes Kind gefährlich oder kann sie bedenkenlos angewendet werden? Diese Fragen klären wir jetzt.

Eigenschaften

Die Aloe vera gilt deshalb als eine besondere Pflanze, weil jede Verletzung an einem ihrer Blätter fast sofort wieder verheilt. Diese Eigenheit schützt die Aloe vera Pflanze gegen Verdunstung. Diese hätte in der Wüste eine vollständige Vertrocknung zur Folge. 

In der Aloe vera sind mehr als 160 Wirkstoffe, denen vor allem entschlackende und regenerierende Eigenschaften nachgesagt werden. Auch soll die Aloe vera antiallergisch sowie keim- und pilztötend wirken und die Wundheilung fördern können. 

In welchen Bereichen kommt Aloe vera üblicherweise zur Anwendung?

Betrachten wir zunächst die allgemeine Anwendung von Aloe vera, abseits einer Schwangerschaft:

Aloe vera kann grundsätzlich innerlich und auch äußerlich zum Einsatz kommen. 

Innerlich angewendet stellten die Extrakte der Aloe vera vor allem ein pflanzliches Abführmittel dar. Aber auch bei Allergien oder Diabetes sollen die Inhaltsstoffe hilfreich sein. Das Gel und auch der Saft der Aloe vera helfen. Die äußere Anwendung hilft gegen:

  • Juckreiz nach Insektenstichen
  • Sonnenbrand sowie Verbrennungen ersten Grades
  • trockene Haut
  • entzündliche Erkrankungen der Haut wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder auch Ekzeme

Oft kommt Aloe-vera-Gel oder –Saft auch in Kosmetikprodukten zum Einsatz, da es die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und die Regeneration der Hautzellen unterstützt. Kommen wir nun zur Anwendung von Aloe vera in der Schwangerschaft:

Darf Aloe vera in der Schwangerschaft angewendet werden?

Bislang liegen keine Studien zur Anwendung von Aloe vera in der Schwangerschaft vor. Es konnten durch die Einnahme noch keine Risiken festgestellt werden, jedoch kann es aufgrund der Wirkeigenschaften zu einer stimulierenden Wirkung auf den Uterus kommen. Weiterhin lässt sich nicht ausschließen, dass die abführenden Wirkstoffe auf den Fötus übergehen und so einen intrauterinen Mekoniumabgang hervorrufen. 

Da Aloe vera auch entgiftend wirken kann, könnte es zu einer Lösung von Giftstoffen aus dem mütterlichen Kreislauf und deren Abgabe an den Fötus kommen. Zwar stuft Embryotox Aloe vera nicht als potenziell gefährlich ein, da an schwangeren Frauen aber keine Studien durchgeführt werden, sind genaue Aussagen zu möglichen Risiken nicht möglich. Ärzte raten deshalb von der innerlichen Anwendung von Aloe vera in der Schwangerschaft ab. 

Gegen eine äußerliche Anwendung von Produkten mit Aloe vera während der Schwangerschaft ist jedoch nichts einzuwenden.

Gerade die strapazierte Haut Ihres wachsenden Babybauches können Sie mit Aloe vera bedenkenlos pflegen. 

Alternativen zur Aloe vera während der Schwangerschaft

Frauen, die während ihrer Schwangerschaft unter Verstopfung leiden, sollten nicht zu Aloe vera greifen. Wichtig ist in diesem Fall vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine ballaststoffreiche Ernährung. Empfehlenswert sind unter anderem Lein- oder auch Flohsamen, da sie gute Quelleigenschaften besitzen und förderlich für die Verdauung sind. 

In Absprache mit dem Arzt kann außerdem zu Lactulose (spaltbares Disaccharid) oder Macrogol in moderaten Mengen gegriffen werden, wenn auch eine Ernährungsumstellung nicht hilft. Zwar fehlen auch hier Studien zur Anwendung, Risiken sind laut Embryotox aber bislang nicht bekannt.