Alle vier Wochen haben Schwangere einen Termin zur Vorsorge beim Frauenarzt. Dabei wird auch immer der Blutdruck gemessen. Viele Frauen, die sich zuvor niemals mit ihrem Blutdruck beschäftigt haben, sind darüber verwundert. Doch der regelmäßige Check des Blutdrucks hat einen wichtigen Grund: Manche Frauen entwickeln auch scheinbar aus dem Nichts heraus Probleme mit dem Blutdruck. Bluthochdruck in der Schwangerschaft kann aber gefährlich für Mutter und Kind werden. 

Es ist deswegen sehr wichtig, dass Schwangere grundsätzlich alle Vorsorgetermine beim Frauenarzt wahrnehmen. Nur so können eventuell Probleme mit dem Blutdruck rechtzeitig erkannt werden. Oftmals entwickeln sich die ersten Symptome aber auch ganz unerwartet zwischen den einzelnen Terminen.

Viele Frauen bemerken vielleicht, dass sie sich „anders“ fühlen, bringen eventuelle Symptome aber gar nicht mit dem Thema Bluthochdruck in der Schwangerschaft in Verbindung. Frauen sind also gut beraten, sich auch selbst mit dem Thema Blutdruck auseinanderzusetzen. So kann man eine bestehende Symptomatik schnell erkennen und entsprechend handeln. Früh erkannt, ist der Bluthochdruck meistens gut behandelbar und man kann auch selbst etwas für die Gesundheit in der Schwangerschaft tun.

Ab welchen Werten spricht man von Bluthochdruck? 

Ein normaler, gesunder Blutdruck liegt bei Werten von 120/80 mmHg vor.

Kleine Abweichungen nach oben oder unten können ohne jedes Gesundheitsrisiko bestehen und werden von Betroffenen auch meist gar nicht wahrgenommen.

Grundsätzlich sind aber auch regelmäßige Werte von 140/90 mmHg als Bluthochdruck zu werten. In der Schwangerschaft kommt dem Blutdruckmessen eine besondere Bedeutung bei, denn verschiedene internistische Erkrankungen, die lebensgefährlich verlaufen können, gehen einher mit einer Erhöhung des Blutdrucks.

Oftmals sind es gar nicht die Frauen selbst, die den Anstieg den Blutdrucks bemerken. Eher fallen die erhöhten Werte beim Arzt auf und können dann auch von den Betroffenen manchmal in Verbindung gebracht werden mit ungewöhnlichen Kopfschmerzen, Benommenheitsgefühlen oder auch mit ersten Anzeichen von Wassereinlagerungen. Gerade Frauen, die eigentlich einen eher niedrigen Blutdruck haben, erinnern sich dann an Zeichen des Körpers, die ihnen oftmals merkwürdig vorkommen. Bei üblicherweise eher niedrigem Blutdruck werden auch die Grenzwerte enger gezogen, bei denen man von einer Erhöhung spricht.

Ursachen von Bluthochdruck 

Zu unterscheiden sind hier grundsätzlich allgemeiner Bluthochdruck und die Sonderform Bluthochdruck, der sich ernst in der Schwangerschaft entwickelt. 

Manche Frauen haben auch unabhängig von der Schwangerschaft einen etwas oder deutlich zu hohen Blutdruck. Was tun, damit es soweit erst gar nicht kommt? Es gibt zwar Frauen, bei denen man nicht erklären kann, warum bei ihnen ein Bluthochdruck besteht. Abgesehen von diesen Fällen oder bei Patientinnen, die an einer bekannten Herzerkrankung leiden, kann man oftmals aber allgemeine Risikofaktoren in Sachen Bluthochdruck minimieren, um Erkrankungen vorzubeugen. 

Komplikationen vorbeugen können Patientinnen mit bekanntem Bluthochdruck generell, indem sie eventuell verordnete Medikamente sehr regelmäßig und genau nach Plan einnehmen. Auch sollten Kontrolltermine beim Hausarzt immer eingehalten werden, um frühzeitig auf Veränderungen reagieren zu können.

Vorbeugen

Vorbeugen kann man aber auch durch allgemeine Maßnahmen wie Gewichtsreduktion. Es ist bekannt, dass Bluthochdruck oftmals in Verbindung mit Übergewicht oder auch mit dem Rauchen steht. Wer sich den Griff zur Zigarette spart und dafür lieber öfter flott spazieren geht, tut dem Blutdruck Gutes. Vorbeugen kann man in vielen Fällen auch über die Ernährung. Nicht zu salzig sollte es sein, denn auch dies kann den Blutdruck nach oben treiben.

Ob schwanger oder nicht – unser Blutdruck reagiert auch auf unsere Lebensumstände. Wer ständig gestresst von einem Termin zum nächsten hetzt, läuft Gefahr, seinen Blutdruck gefährlich nach oben zu pushen. Nicht umsonst stehen lebensbedrohliche Ereignisse wie ein Herzinfarkt oftmals auch in Zusammenhang mit bekanntem Bluthochdruck. Der Blutdruck reagiert oftmals sehr gut auf Entschleunigung im Alltag. Dies gilt besonders für schwangere Patientinnen. Der Körper muss mehr an Gewicht tragen, das gesteigerte Blutvolumen kann ebenfalls zu schaffen machen, man fühlt sich schneller müde. Der Körper zeigt uns dann oftmals deutlich, dass Ruhe und Schonung wichtig wären. Wer auf seinen Körper rechtzeitig hört, ist keineswegs faul, sondern investiert in seine Gesundheit. Stress und Aufregung treiben den Blutdruck nach oben – Verzicht auf zu viele Termine, Entspannungsübungen wie Yoga und Meditation können sanft und ist ganz ohne Medikamente helfen, den Blutdruck wieder in Normbereiche zu senken. 

Sonderfall: Bluthochdruck, der sich erst in der Schwangerschaft entwickelt

Die genauen Entstehungsfaktoren sind hierbei bis heute nicht abschließend geklärt. Wissenschaftler gehen von einer genetischen Veranlagung zum Bluthochdruck aus. Zum anderen scheint aber auch das Baby selbst Ursache des Bluthochdrucks zu sein. Fehlentwicklungen der Plazenta können nämlich Stoffe in den mütterlichen Blutkreislauf gelangen lassen. Daraus kann sich Bluthochdruck entwickeln, auch in Kombination mit einer Blutgerinnungsstörung. Die Schwere des Krankheitsbildes kann dabei extrem unterschiedlich sein. Es gibt milde Verläufe, die sich mit regelmäßigen Kontrollen und Medikamenten gut überwachen lassen und eine normale Geburt nach 40 Wochen ermöglichen. Lebensbedrohliche Krankheitsbilder wie beispielsweise HELLP-Syndrom, Eklampsie und Präeklampsie aber stellen Notfälle dar, die teils in einem sofortigen Kaiserschnitt münden, um das Leben von Mutter und Kind zu retten.

Symptome einer Präeklampsie 

Die so genannte Präeklampsie ist auch unter dem Namen Schwangerschaftsvergiftung bekannt. Oft verläuft dies zunächst völlig unbemerkt. Bei der Vorsorge fallen dann aber Bluthochdruck in der Schwangerschaft auf, zudem findet man Eiweiß im Urin. Um dies zu kontrollieren, wird auch der Urin der Schwangeren bei jeder Vorsorge geprüft. Wassereinlagerungen werden zwar von den Betroffenen oft in Gesicht und an den Beinen selbst bemerkt, aber nicht mit einer möglichen Schwangerschaftsverbindung in Zusammenhang gebracht.

Andere Merkmale dieses Krankheitsbildes können ebenfalls als eher unspezifisch wahrgenommen werden, so zum Beispiel starke Müdigkeit bis hin zur Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und diffuse Schmerzen im Oberbauch? Was tun also, wenn man solche Symptome in der Schwangerschaft bemerkt? All diese körperliche Zeichen können natürlich auch einen völlig harmlosen Hintergrund haben. Wichtig ist aber, diese zeitnah vom Facharzt abklären zu lassen, denn bei einer Schwangerschaftsvergiftung muss rasch gehandelt werden. Es gibt hier keine Möglichkeiten der Selbsthilfe.

Eklampsie als Sonderform der Schwangerschaftsvergiftung 

Bei der so genannten Eklampsie handelt es sich um einen besonders schweren Verlauf der Präeklampsie. Neben dem Merkmalen wie Bluthochdruck in der Schwangerschaft kann es hierbei auch zu Krampfanfällen kommen. Diese können auch noch nach erfolgter Geburt auftreten und müssen in jedem Fall ärztlich überwacht werden. Auch hier besteht keine Möglichkeit, die Symptomatik selbst zuhause zum Stillstand zu bringen. Bei Anzeichen eines Krampfanfalls, gerade in Zusammenhang mit Bluthochdruck, ist immer zeitnah ein Arzt aufzusuchen. 

HELLP 

Auch das HELLP Syndrom ist eine Form der Schwangerschaftsvergiftung und tritt immer im Zusammenhang mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft auf. Kennzeichnend ist hierbei auch, dass die Leberwerte sich stark verschlechtern und die Zahl der Thrombozyten rasch abfällt. Wird das HELLP Syndrom nicht erkannt, drohen Mutter und Kind im schlimmsten Fall zu verbluten. Da mit Medikation die Symptomatik meist nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, besteht die einzige Möglichkeit oftmals nur in der sofortigen Beendigung der Schwangerschaft durch einen Kaiserschnitt.

Was tun bei Bluthochdruck? 

  • Schwangere können zuhause regelmäßig ihren Blutdruck selbst kontrollieren, um Abweichungen festzustellen.
  • Bluthochdruck muss nicht, kann aber Anzeichen einer schweren Komplikation sein und sollte deswegen immer ärztlich abgeklärt werden.
  • Eventuell verordnete Arzneimittel müssen unbedingt nach Plan eingenommen werden, damit ein kontinuierlicher Werkstoffpegel im Blut bleibt.
  • Schonung, wenig Stress und eine eher salzarme Ernährung können allgemein dazu beitragen, dass der Blutdruck in gesunden Bereichen bleibt.