In der Schwangerschaft ist eine ausgewogene Ernährung mit Fleisch, Vollkornprodukten, Obst und Gemüse die Voraussetzung, um ein gesundes Kind auszutragen. Allerdings sollten Sie beim Verzehr von Hühnerfleisch in der Schwangerschaft einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um Infektionen zu vermeiden.

Worauf Sie bei der Zubereitung von Hühnerfleisch in der Schwangerschaft achten sollten?

  • das Hühnerfleisch im Kühlschrank in geschlossenen Behältern aufbewahren 
  • bei der Zubereitung von Hühnerfleisch immer Einmalhandschuhe tragen 
  • das Hühnerfleisch mit heißem Wasser abspülen 
  • für die Zubereitung eigene Schneidbretter, Messer und Kochgeschirr verwenden 
  • das Hühnerfleisch immer vollständig durchgaren 
  • die Arbeitsplatte heiß abwaschen und desinfizieren 
  • das Kochgeschirr heiß waschen und im Geschirrspüler reinigen 
  • zusätzlich sollten Sie die verwendeten Küchenschwämme nicht für anderes Geschirr verwenden 

Ausserdem besonders wichtig: Reinigen Sie Ihre Hände nach der Zubereitung von Hühnerfleisch immer gründlich mit Seife.

Darf Hühnerfleisch in der Schwangerschaft gegessen werden?

Gesunde Inhaltsstoffe: 

  • leicht verdauliches Protein
  • Eisen
  • Zink
  • Vitamine B1, B2, B6, B12

Fettarmes Hühnerfleisch enthält hohe Mengen an leicht verdaulichem Eiweiß, Eisen, Zink, Kalium und Vitaminen. Das in Geflügelfleisch enthaltene Eisen ist gut biologisch verfügbar. Des weiteren wird die Sauerstoffversorgung Ihrer Zellen wird verbessert und Ihre Aufnahmefähigkeit von Vitamin C aus der Nahrung gesteigert. 

Kalium reguliert den Wasserhaushalt und hilft, eventuell auftretende Schwangerschaftsödeme an Ihren Beinen zu verringern. Ausserdem wirkt das enthaltene Zink entzündungshemmend und unterstützt Ihr Immunsystem. 

Dementsprechend kann Hühnerfleisch eine wertvoller Bestandteil Ihres Ernährungsplanes sein.

Hühnercarpaccio, geräucherter Hühnerschinken oder nicht vollständig gegartes Hühnerfleisch sollten nicht gegessen werden.

Welche Krankheitserreger können durch rohes Hühnerfleisch in der Schwangerschaft übertragen werden?

  • Listerien
  • Salmonellen
  • Yersinien
  • Campylobacter
  • Toxoplasmen

Während der Schwangerschaft ist Ihre Immunabwehr geschwächt.
Daher ist es generell wichtig, rohes Fleisch zu meiden. 

Eine Listeriose kann Tage oder Monate nach einer Infektion mit Listeria monocytogenes ausbrechen. Infolgedessen treten Symptome, die einem grippalen Infekt ähneln, auf. Abhängig vom Infektionszeitpunkt kommt es zu Frühgeburten oder Totgeburten. 

Dahingegen können Bakterien wie Salmonellen, Yersinien und Campylobacter fieberhafte Lebensmittelvergiftungen verursachen. Durch auftretenden Durchfall und Erbrechen verliert der Körper der Mutter Flüssigkeit und Nährstoffe. Deswegen kann die Versorgung der Fötus nur mehr eingeschränkt stattfinden. 

Dahingegen kann eine Toxoplasmose-Infektion durch Katzenkot und rohes oder halbgegartes Fleisch erfolgen. Bei Erstinfektionen entstehen Missbildungen des zentralen Nervensystems und der Augen des Fötus. Eventuell kann eine Totgeburt die Folge sein. Wurde bei der Schwangeren jedoch ein Antikörpertiter gegen Toxoplasmen festgestellt, sind weitere Infektionen für den Fötus ungefährlich. 

Auch aus diesem Grund sollten Sie Hühnerfleisch in der Schwangerschaft nur durchgegart essen.

Alternativen zu Hühnerfleisch in der Schwangerschaft?

Sojaprodukte können Ihre Versorgung mit Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sichern. Eisen, Jod und Folsäure können z.B. über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. 

Für Sie und Ihr Kind ist Abwechslung auf dem Speiseplan wichtig, da ausschließlicher Fleischkonsum das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und ADHS ansteigen lässt.