Schade ich mit Lakritz in der Schwangerschaft meinem Baby? Hier gibt es Rat und Hilfe

Viele Schwangere naschen gerne, doch der Griff ins Süßigkeitenregal ist auch mit Unsicherheiten verbunden. Gerade Lakritz ist in der Schwangerschaft umstritten. 
Doch ist die Sorge wirklich berechtigt? Und wie viel Lakritz darf ich denn noch essen? Dieser Artikel bietet Ihnen einen Überblick über die Fakten und darüber, welche schmackhaften Alternativen es zu Lakritz in der Schwangerschaft gibt.

Mögliche Nebenwirkungen von Lakritz

Ein wichtiger Bestandteil von Lakritzsüßigkeiten ist der Saft der Süßholzwurzel, der von Natur aus den Stoff Glyzyrrhizin enthält. Dieser regt die Nebennieren an, verstärkt das Stresshormon Cortisol auszuschütten und bremst die Produktion eines Enzyms, das wichtig für den Mineralstoffhaushalt ist. Dadurch kann es zu einer Verschiebung des Verhältnisses von Natrium und Kalium im Körper hin zum Natrium kommen.

Auch beeinflusst das Glyzyrrhizin die Barrierefunktion der Gebärmutter, die das Ungeborene vor schädlichen Stoffen schützt. Dadurch können auch erhöhte Mengen des Cortisol zum Kind gelangen. Eine auf lange Zeit angelegte Studie in Finnland zeigt, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft vermehrt Lakritz konsumierten, u. A. einen niedrigeren IQ und ein erhöhtes Risiko für eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) aufwiesen.

Wie viel Lakritz ist in der Schwangerschaft denn nun erlaubt?

Die Studie, auf der die Empfehlungen für den Lakritzverzicht basieren, wurde mit einer sehr großen Menge der Süßigkeit durchgeführt, es ist nicht ganz eindeutig, ab welchen Mengen sich das Risiko für das Baby erhöht.

Bis zu 100 Gramm normaler oder 50 Gramm Starklakritz pro Tag wird vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) jedoch als sicher eingestuft.

Auch Frauen, die gerne Tee mit Süßholz trinken, können dies weiterhin tun, eine bis zwei Tassen Tee mit Süßholzwurzel werden allgemein als unbedenklich angesehen.

Wer zusätzlich auch noch glycyrrhizinhaltige Süßigkeiten verzehrt, sollte die Gesamtmenge von 100 mg des Stoffes täglich im Auge behalten und nicht überschreiten.
Entscheidend ist also, wie viel Glyzyrrhizin aufgenommen wird, nicht der gänzliche Verzicht auf Lakritz in der Schwangerschaft.

Entscheidend ist also, wie viel Glyzyrrhizin aufgenommen wird, nicht der gänzliche Verzicht auf Lakritz in der Schwangerschaft.

Lakritz in der Schwangerschaft: leckere Alternativen

Die Naschlust muss in der Schwangerschaft keinesfalls unbefriedigt bleiben, denn es gibt genügend andere Leckereien, die dazu noch viele gesunde Inhaltsstoffe aufweisen:

  • Getrocknete Aprikosen, Feigen und Maulbeeren enthalten wertvolle Ballaststoffe und Eisen.
  • Anis- oder Fenchelsamen, die gut zerkaut werden, sind ähnlich aromatisch wie Lakritz und sollen zudem gegen Blähungen und milchbildend wirken.
  • Schwarze, unraffinierte Melasse aus Zuckerrohr ist ebenso herb-süß wie Lakritz und punktet mit viel Eisen und Mineralien.
  • Frisches süßes Obst liefert große Mengen an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen, die allgemein und für schwangere Frauen im Besonderen sehr gesund sind und auch dem heranwachsenden Kind zu Gute kommen.
  • Zuckerfreier Kaugummi befriedigt das Bedürfnis nach einer weichen, elastischen Süßigkeit. Dennoch sollte hier darauf geachtet werden, dass dieser z.B. mit Xylit und nicht mit künstlichen Süßstoffen wie Aspartam gesüßt ist, da diese u. A. im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Aber auch mit den süßstofffreien Leckereien sollte Maß gehalten werden, da Xylit bei übermäßiger Menge abführend wirken kann.

Es sollte also auch ohne Lakritz in der Schwangerschaft gehen 😉

Frische, ausgewogene Ernährung statt Süßigkeiten

Allgemein sollte auch immer auf eine bedarfsdeckende Ernährung in der Schwangerschaft, die alle notwendigen Stoffe enthält, geachtet werden. Ist der Körper gut versorgt, dann reduziert sich auch das Verlangen nach Süßigkeiten.
Und wenn der Süßhunger dann doch kommt, stehen genügend leckere und unbedenkliche Naschereien zur Verfügung.