Kein Kraut für alle Fälle 

Eine Schwangerschaft ist ein Meilenstein im Leben einer Frau. Plötzlich ist sie nicht mehr nur alleine für sich selbst, sondern auch noch für ein anderes Menschenleben verantwortlich. Logisch, dass werdende Mütter alles tun, um ihr ungeborenes Kind nicht zu gefährden. Neben dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin versteht es sich deshalb von selbst, nicht auf eigene Regie zu Medikamenten zu greifen. Dagegen denken viele Schwangere, mit Naturheilmitteln und Kräutern auf der sicheren Seite zu sein. Doch auch hier kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, die im schlimmsten Falle die Schwangerschaft gefährden können. Dies gilt auch für den Konsum von Salbeitee in der Schwangerschaft.

Vorsicht bei Salbeitee in der Schwangerschaft 

Bei Husten und Heiserkeit kann ein Tässchen Salbeitee wahre Wunder bewirken – nur Schwangere sollten ihn mit Vorsicht genießen. Denn obwohl Salbei wegen seiner entzündungshemmenden und adstringierenden Wirkung als Heilpflanze sehr beliebt ist, kann der Genuss von Salbeitee in der Schwangerschaft gefährlich werden. Besonders zwei der enthaltenen Wirkstoffe können hier zu Komplikationen führen: 

Die enthaltenen Gerbsäuren (Tannine), besonders die Rosmarinsäure, geben Salbei seine adstringierende Wirkung. Die ist bei Verletzungen und bei der Wundheilung erwünscht, kann aber bei Schwangeren Gebärmutterkontraktionen auslösen. In den frühen Phasen einer Schwangerschaft kann es dadurch zu einer Fehlgeburt kommen, im letzten Schwangerschaftsdrittel können die Tannine vorzeitige Wehen – und damit schlimmstenfalls eine Frühgeburt – verursachen.

Die ätherischen Öle haben einen großen Anteil an der Heilkraft des Salbeis. Doch besonders Thujon kann toxisch wirken, wird gar als Nervengift gehandelt. 

Salbeitee in der Schwangerschaft: ungefährliche Alternativen 

  • Während Salbeitee in der Schwangerschaft wirklich für das Ungeborene gefährlich werden kann, ist gegen das gelegentliche Lutschen eines Salbeibonbons nichts einzuwenden.
  • Bei Husten oder Heiserkeit können Schwangere auch mit Salbeitee gurgeln, jedoch darauf achten, nicht zuviel des Tees zu schlucken.
  • Kräuterteemischungen, die Salbei enthalten, gelten ebenfalls als unbedenklich. Der Anteil ist hier so gering, dass in der Regel keine Probleme auftreten. Auf der sicheren Seite sind werdende Mütter jedoch, wenn sie gänzlich auf Salbeitee in der Schwangerschaft verzichten und stattdessen lieber zu den beiden folgenden ungefährlichen Alternativen greifen:
  • Kamillentee: Auch Kamille wirkt entzündungshemmend und antibakteriell und kann deshalb bei Erkältungen verwendet werden. Zudem wirkt sie beruhigend und krampflösend und ist daher auch eine gute Wahl bei Magenverstimmungen, Nervosität oder Schlafstörungen. 
  • Fencheltee: Fenchel wird in der Regel schon Babys als erster Tee gegeben. Auch werdende Mütter können ihn bedenkenlos trinken. Er ist ein wirksames Mittel gegen Blähungen und Übelkeit. Außerdem enthält die Knolle Eisen.

Rücksprache mit dem Arzt 

Salbei ist eine beliebte Heilpflanze, die werdenden Müttern jedoch gefährlich werden kann. Deshalb sollte Salbeitee in der Schwangerschaft vermieden werden. Bei Unklarheiten sollten werdende Mütter am besten Rücksprache mit dem Gynäkologen halten oder sich in der Apotheke beraten lassen. 

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