Schlafstörungen in der Schwangerschaft können vom Anfang bis ganz kurz vor der Geburt auftreten. Anfangs liegen sie eher noch am Gedankenkarussell und weniger an körperlichen Beschwerden. Im letzten Trimester tritt häufig das Baby nachts und weckt die Mutter damit auf, Rückenschmerzen oder erste Übungswehen tun ihr Übriges.

Gegen Ein- und Durchschlafstörungen hilft deswegen je nach Fortschritt der Schwangerschaft auch immer etwas anderes.

Schlafstörungen in der Schwangerschaft im 1. Trimester 

Für Schlafprobleme im 1. Trimester gibt es sowohl hormonelle als auch psychische Ursachen.

Hormone steuern unseren Schlafrhythmus. Da gerade jetzt so viele Umstellungen passieren, kann es sein, dass sich das in gestörtem Schlaf äußert. Ein- und Durchschlafstörungen können auftreten – belastend ist beides gleichermaßen, wenn es häufiger auftritt und nicht nur bei vereinzelten Nächten bleibt. Wenn Schlafstörungen im 1. Trimester regelmäßig auftreten, dann liegt das oft an psychischen Auslösern.

Typische Fragen, die Schlafprobleme verursachen können:

  • Bin ich bereit für ein Kind? Ist es mein Partner? Sind wir als Paar so weit?
  • Wie wird sich ein Baby auf mein Leben auswirken?
  • Was wird sich in unserer Partnerschaft durch ein Kind verändern?
  • Was wird mit meinem Körper während der Schwangerschaft passieren? Sind wir beide gesund?
  • Wie bekommen wir das Finanzielle geregelt?
  • Was muss ich als nächstes tun?

Was hilft gegen das Gedankenkarussell?

Viele werdende Mütter haben es deswegen so schwer, abends einzuschlafen, da ihnen so viele Gedanken im Kopf herumschwirren. Manchmal macht es Sinn, tatsächlich wieder aufzustehen und die Gedanken passieren zu lassen. Sie wollen durchdacht werden und werden nicht still sein, bis ein Abschluss gefunden wird. Jede Nacht kann das aber nicht so gehen. Wenn das die Ursache für Schlafstörungen in der Schwangerschaft ist, können diese Tipps helfen:

  • Ruhige Spaziergänge schaffen nicht nur Raum für Bewegung, sondern auch zum Nachdenken.
  • Abends sollte sich die Schwangere eine ruhige Beschäftigung suchen, die sie nicht mehr so vielen Reizen aussetzt – denn über die denkt sie dann nach.
  • Bewusst abschalten, z.B. bei einem abendlichen Bad
  • Entspannungsübungen, z.B. Yoga nach Möglichkeit oder autogenes Training

Das kann wach halten! Manchmal ist es einfach notwendig, den Gedanken Raum zu geben und über sie nachzudenken. Wenn sie dann zu Ende gedacht sind, ist auch wieder an Schlaf zu denken.

Schlafstörungen in der Schwangerschaft im 2. Trimester 

Das zweite Trimester der Schwangerschaft ist für viele Frauen eine ruhige und entspannte Zeit. Körperliche Veränderungen gibt es viele, aber Beschwerden des ersten Trimesters sind jetzt meist verschwunden und der Bauch ist auch noch nicht so rund, dass es beschwerlich wird. Auftretende Schlafstörungen in der Schwangerschaft sind jetzt also meist seelischer Natur.

Schlafstörungen in der Schwangerschaft im 3. Trimester 

Schlafstörungen in der Schwangerschaft sind in den letzten drei Monaten sehr häufig.

Der Bauch wird größer und schwerer, die richtige Schlafposition findet sich nicht immer so leicht. Das Baby hat noch nicht den gleichen Schlafrhythmus wie die Mutter und kann nachts treten – so stark, dass die Mutter davon aufwacht. Häufige Gründe:

Was tun bei körperlichen Beschwerden? 

Restless-Legs-Syndrom, Wadenkrämpfe, Rückenschmerzen… besonders gegen Ende der Schwangerschaft können werdende Mamas allein aufgrund der körperlichen Veränderungen nur schwer schlafen. Folgende Tipps können helfen, wenn der eigene Körper oder ein munteres Baby Gründe für die Schlafprobleme in der Schwangerschaft sind:

  • Magnesium (in Rücksprache mit dem Gynäkologen) hilft bei häufigen nächtlichen Wadenkrämpfen, die in der Schwangerschaft häufig vorkommen
  • Eisen (in Rücksprache mit dem Gynäkologen) kann sich positiv auf die Symptome des Restless-Legs-Syndroms auswirken
  • eine abendliche Massage vor dem Schlafengehen entspannt die Muskeln und kann für entspannten Schlaf sorgen
  • Schwangerschaftskissen helfen, eine bequeme Schlafposition zu finden – trotz schwerem Babybauch

Von Medikamenten wird eher abgeraten, denn diese können sich auch aufs Baby auswirken – gerade chemische Schlafmittel sind hochwirksam und sollten daher nach Möglichkeit gemieden werden.

Dürfen Medikamente eingenommen werden? 

Wenn es zu wirklich erheblichen Schlafstörungen kommt und nichts zu helfen scheint, denkt sicherlich jede Frau über Medikamente nach. Das ist eine Frage für den behandelnden Gynäkologen.

Zunächst kann man es mit pflanzlichen Mitteln versuchen: Kräutertees wie Baldrian- oder Hopfentee in Maßen.

Das sollte allerdings ebenfalls nicht ohne ärztliche Rücksprache erfolgen, denn nur, weil es sich um ein pflanzliches Mittel handelt, ist es noch lange nicht wirkungsschwach. Zudem gibt es bei Kräutertees und pflanzlichen Einschlafhilfen keine Langzeitstudien darüber, wie sie sich auf den Verlauf einer Schwangerschaft auswirken.