75 % aller schwangeren Frauen leiden während der Schwangerschaft unter Übelkeit. Doch welche Ursache hat diese Übelkeit eigentlich und was kann man dagegen tun? Im Folgenden erfwhren Sie, ab wann die Übelkeit auftritt und was hilft. 

Was hilft gegen die Übelkeit?

Auch wenn Übelkeit in der Schwangerschaft ungefährlich und normal ist, so kann sie dennoch eine große Belastung darstellen. Insbesondere wenn es um die Bewältigung der täglichen Aufgaben und Arbeiten geht kann dies zu einer echten Herausforderung werden. Es gibt jedoch zahlreiche Tipps und Tricks gegen die Übelkeit. 

Langsam und ruhig aus dem Bett kommen 

Bei vielen Frauen hat es sich als hilfreich bewährt, morgens in aller Ruhe in den Tag zu starten. Schwangere berichten oft, dass die Übelkeit an Tagen, wo sie hektisch und eilig aufgestanden und ihre Morgenroutine mit Stress verbunden war, stärker unter Übelkeit litten. Es lohnt sich also, den Wecker eine halbe Stunde früher zu stellen, um ganz entspannt aufstehen zu können. 

Liebe viele kleine Mahlzeiten am Tag als wenige große

 Um der Übelkeit vorzubeugen sollte der Blutzuckerspiegel möglichst konstant gehalten werden. Um dies zu erreichen empfiehlt es sich, lieber mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen, als wenige große Mahlzeiten. So ist die Zeitspannen zwischen den Mahlzeiten geringer, was ein Absinken des Blutzuckerspiegels verhindert und damit der Entstehung von Übelkeit vorbeugt. Zudem ist vor allem auf eine kohlenhydratreiche und fettarme Ernährung zu setzen. 

Vitamin B6 und B12 

Die Vitamine B6 und B12 können in der Schwangerschaft helfen, da sie nachgewiesen zur Linderung von Übelkeit beitragen. Vitamine B6 befindet sich z. B. in Bananen, Vollkorngetreide, Weizenkeimen, Fisch, Fleisch, Sojaprodukten, Lauch. Kohl und Paprika. Vitamin B12 ist in vielen Milchprodukten, wie Eier oder Käse, Sauermilchprodukten und in Fleisch vorhanden.

Trockenobst oder Nüsse knabbern 

Oft hilft es, nebenbei etwas zu kauen. Hierfür eignen sich verschiedene Nüsse z. B. Haselnüsse oder Mandel sowie Trockenobst sehr gut. Eine Tüte mit diesen Knabbereien lässt sich zudem gut mitnehmen und kann auch unterwegs vernascht werden. 

An einer Zitrone riechen 

Manchen Schwangeren hilft der Duft einer frischen Zitrone oder auch Grapefruit als Hausmittel gegen Übelkeit. Einfach aufschneiden und behutsam daran riechen. Alternativ können auch bestimmte ätherische Öle dabei helfen, die Übelkeit zu lindern. Diese sollten jedoch unbedingt natürlichen Ursprungs sein. 

Tee trinken 

Auch eine frische Tasse Tee kann die Übelkeit lindern und wohltuend wirkend. Besonders hilfreich sind Kamille-, Fenchel-, Anis- und Korianderteee. 

Ingwer 

Ein weiteres bewährtes Hausmittel ist Ingwer. Auch dieser kann als Tee zubereitet werden, indem man einfach ein Stück einer Ingwerknolle schält, mit heißem Wasser übergießt und über den Tag verteilt trinkt. Da Ingwer jedoch wehenfördernd wirken kann, nur in den ersten 3 Monaten anwenden. 

Bitterstoffe und bittere Speisen 

Ein bitterer Tee oder bittere Speisen wie z. B, Radicchio, Rucola, Artischocken oder Pampelmusen können bei Übelkeit helfen. Nicht selten haben Schwangere sogar großen Appetit auf bittere Speisen – hier darf also zugelangt werden. 

Auf ein üppiges Abendessen verzichten 

Sofern die Übelkeit vor allem morgens sehr stark ist, sollte auf ein üppiges Abendessen lieber verzichtet werden. Empfehlenswert ist leichte und eiweißreiche Kost am Abend. 

Auslöser vermeiden 

Eine eigentlich eindeutige, aber dennoch nicht von allen Schwangeren umgesetzte Maßnahme ist schlicht und ergreifend, die Auslöser zu vermeiden. Viele Frauen sind in ihrer Schwangerschaft bestimmten Gerüche, z. B. von Speisen oder auch Parfums überempfindlich, trauen sich jedoch nicht dies zu kommunizieren. Da die Überempfindlichkeit und die damit verbundene Übelkeit jedoch kein seltenes Phänomen ist, sollten die meisten Menschen dafür Verständnis haben. 

Gibt Übelkeit Auskunft über Geschlecht?

Nein. Im Volksmund kursiert immer wieder die Auffassung, dass starke Übelkeit aufgrund des noch höheren HCG- Gehalts im Blut auf ein Mädchen hindeutet. Dies ist jedoch nicht eindeutig belegt. Zudem basiert die Stärke der Übelkeit auf persönlichem empfinden und kann deshalb nicht direkt gemessen werden. Somit können darauf auch keine klaren Schlussfolgerungen bezüglich des Geschlechts gezogen werden.

Welche Ursache hat Übelkeit in der Schwangerschaft?

Übelkeit in der Schwangerschaft ist ein weit verbreitetes Phänomen. Auch wenn die Intensitäten dabei ganz unterschiedliche Ausmaße annehmen können, so erleben doch die meisten Frauen während ihrer Schwangerschaft hin und wieder Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Manchmal können bereits simple Gerüche oder bestimmten Speise eine starke Übelkeit auslösen oder gar zum Erbrechen führen. Schwangere zeigen somit eine sehr hohe Empfindlichkeit gegenüber bestimmte Sinneseindrücken. Nicht selten entsteht die Übelkeit jedoch aus dem Nichts und hält stundenlang an. Ab wann die Übelkeit besteht, ist unterschiedlich, die meisten Frauen leiden jedoch insbesondere zwischen der 6 und 12. Schwangerschaftswoche und meistens in den frühen Morgenstunden an Übelkeit. 

Wichtig zu wissen ist, dass die morgendliche Übelkeit in der Schwangerschaft ganz normal und somit in aller Regel kein Grund zur Sorge ist.

Zurückzuführen ist die Übelkeit auf vielfältige Veränderungen im Hormonhaushalt. Im Frühstadium der Schwangerschaft stellt sich der Körper hormonell um, was einen Einfluss auf das Geruchs- sowie das Geschmacksempfinden hat. Der Körper verändert sich in einer Schwangerschaft so schnell wie sonst nie und gerät regelrecht in eine Art Ausnahmezustand, was sich an verschiedenen Stellen bemerkbar macht. Verantwortlich für die Übelkeit in der Schwangerschaft ist dabei die zu Beginn sehr hohe Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG. Die Konzentration im Blut ist zwischen der 10. und 12. Schwangerschaftswoche am höchsten und sinkt danach wieder ab. Auch die Übelkeit lässt in den meisten Fällen nach der 12. Woche wieder nach und zieht sich nur sehr selten durch die gesamte Schwangerschaft.