Neben anderen Verdauungsproblemen und Schwangerschaftsbeschwerden gehört auch die Verstopfung zu den typischen Beschwerden in einer Schwangerschaft. Sie zeigt sich vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen, kann aber auch in den ersten Wochen auftreten. Doch wie kommt es zu Verstopfung in der Schwangerschaft? Wie äußert sie sich und was kann dagegen getan werden? Diese Fragen beantwortet der folgende Ratgeber. 

Die Ursache für Verstopfung während der Schwangerschaft

Einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung von Verstopfungen haben – wie bei vielen Schwangerschaftsbeschwerden – vor allem die Hormone. Durch sie werden die Verdauungsprozesse deutlich verlangsamt, denn die Nahrung muss für die bessere Gewinnung von Nährstoffen länger im Darm verbleiben. 

Ein träger Darm begünstigt jedoch Verstopfungen. Sie sind zwar harmlos, aber dennoch lästig für die werdende Mutter. Schlimmstenfalls kann es sogar zur Bildung eines Hämorrhoidalleidens kommen. 

Weitere Ursachen für schwangerschaftsbedingte Verstopfung können mangelnde Bewegung, eine Umstellung der Ernährung, die Verwendung von Eisenpräparaten oder auch Stress sein. 

So äußert sich eine Verstopfung in der Schwangerschaft

Ein Tag ohne Stuhlgang, obwohl es sonst anders ist, ist trotz des unangenehmen Gefühls noch keine echte Verstopfung. Charakteristisch für eine Verstopfung sind die folgenden Anzeichen: 

  • kein Stuhlgang über einen Zeitraum von zwei bis drei Tagen, nach spätestens drei Tagen ohne Stuhlgang muss unverzüglich der Arzt aufgesucht werden
  • harter Stuhlgang
  • Völlegefühl und Unwohlsein sowie Schlappheit
  • schmerzhafte Stuhlentleerung und leichte Blutungen durch Hämorrhoidalleiden
  • Bauchschmerzen

Tipps und Hausmittel zur Vorbeugung und Linderung von Verstopfungen in der Schwangerschaft

Bereits die richtige Ernährung und genug Flüssigkeit sind hilfreich, um in der Schwangerschaft Verstopfungen vorzubeugen. Eine ballaststoffreiche Ernährung ist dabei das beste Hilfsmittel, denn Ballaststoffe quellen im Darm auf und tragen so zu einer schnelleren Ausscheidung des Stuhls bei. So kann einer Verstopfung direkt vorgebeugt werden. Mit den nachfolgenden Tipps lässt sich aber nicht nur vorbeugen, sondern auch eine bestehende Verstopfung lösen. 

1. Leinsamen, Flohsamen, Weizenkleie 

Lein- oder auch Flohsamen über das Müsli oder in den Joghurt gestreut bringen den Darm in Schwung, da sie sehr ballaststoffreich sind. Gleiches gilt für Weizenkleie. 
Wichtig ist jedoch, diese Ballaststoffquellen mit viel Flüssigkeit einzunehmen, da sie erst im Darm aufquellen und bei zu wenig Flüssigkeit das Gegenteil bewirken würden. 

2. Vollkornprodukte 

Zwar sind Croissants und helle Brötchen durchaus lecker, bei bereits bestehender Verstopfung in der Schwangerschaft für die Verdauung aber nicht optimal. Vollkornbrot und –brötchen enthalten wesentlich mehr Ballaststoffe und tragen somit zu einer besseren Verdauung bei. 

3. Milchprodukte 

Vor allem in Joghurt sind zahlreiche gesunde Bakterien enthalten, welche die Darmflora positiv beeinflussen. Ein einfacher Naturjoghurt ist dabei absolut ausreichend. Käse kann jedoch stopfend wirken und sollte entsprechend in Maßen verzehrt werden. 

4. Obst und Gemüse 

Frisches Obst und Gemüse sollten während der Schwangerschaft auf keinem Speiseplan fehlen. Die darin enthaltenen Ballaststoffe haben eine verdauungsfördernde Wirkung. Bananen sollten nicht im Übermaß verzehrt werden, da sie die Verdauung hemmen. 

5. Trockenfrüchte 

Neben frischem Obst sind auch Trockenfrüchte – vor allem Trockenpflaumen – hilfreich. 

6. Ausreichend Flüssigkeit 

Vorbeugend gegen Verstopfung in der Schwangerschaft hilft auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Täglich zwei Liter Wasser (angereichert mit Magnesium) sowie Kräuter- und Früchtetees sind geeignet. Verstopfungsbeschwerden lassen sich außerdem mit Sauerkrautsaft lindern, allerdings kann dieser auch blähend wirken. 

7. Weitere hilfreiche Tipps 

Ergänzend zu den Ernährungstipps ist auch Bewegung wichtig. Zur Förderung des Stuhlgangs ist bereits ein 20minütiger Spaziergang ausreichend. 

Bekannt ist auch, dass bei Verstopfung innerhalb der Schwangerschaft generell ein Einlauf helfen soll. In einer Schwangerschaft ist – außer im Zusammenhang mit der Geburtsvorbereitung – ein Einlauf jedoch tabu. Mini-Einläufe, die nur den Enddarm betreffen, können aber angewendet werden und sind in der Apotheke erhältlich. Doch selbst ein solch kleiner Einlauf sollte eine der letzten Optionen zur Linderung von Verstopfungsbeschwerden sein. 

Medikamente zur Behandlung von Verstopfungen während der Schwangerschaft

Sofern die bereits erwähnten Tipps und Hausmittel keine Wirkung zeigen, kann in Absprache mit dem Frauenarzt auch zu Medikamenten gegriffen werden. 

Vor allem mit Abführmitteln sollten schwangere Frauen vorsichtig sein. Lactulose eignet sich als mögliches Mittel in der Schwangerschaft und hat eine moderat abführende Wirkung. 
Doch auch die Homöopathie bietet einige hilfreiche Mittel gegen Verstopfung. In der Schwangerschaft kann zu Suflur (Schwefel), Alumina (Aluminiumoxid), Nux vomica (Brechnuss), Pulsatilla pratensis (Küchenschelle) und Graphites (Graphit) gegriffen werden. Der Frauenarzt oder auch eine Hebamme, die sich mit Homöopathie auskennt, können hier Empfehlungen geben. 

Auch Magnesium gilt als stuhlauflockernd und ist unter anderem schon in Vollkornprodukten, grünem Gemüse sowie Nüssen in natürlichen Mengen enthalten. Da zu viel Magnesium aber auch nicht gut ist, sollten entsprechende Präparate nicht eigenmächtig eingenommen werden. Eine ergänzende Magnesiumzufuhr zur Linderung einer Verstopfung in der Schwangerschaft sollte immer in Absprache mit dem Arzt erfolgen.